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Ich habe bereits mehrere Beiträge in sozialen Netzen zu meinem Buch „Systemische Fragetechniken“ veröffentlicht und bin damit sichtbar – ebenso bin stolz auf diese wertschöpfende, menschliche Arbeit. Mein Buch erschien 2023, in einem Jahr, in dem der große Einzug von KI in unser Leben stattfand – zumindest in meinem Erleben. Auch wenn ChatGPT als erste generative KI bereits Ende November 2022 an den Start ging. Meine eigentliche Autorenarbeit ist jedoch schon früher gestartet, denn es ist ein Weg mit vielen Stationen – wie Lektorat, Design und Testmarkt – bis zur Veröffentlichung.

Mit dem Einzug von KI hat sich vieles verändert: zum Guten wie zum Schwierigen. Ein Thema, das mich diese Woche wieder erreicht hat, möchte ich heute aufgreifen: Eine Leserin schrieb mir, sie habe neben meinem Buch ein weiteres zu systemischen Fragetechniken gekauft. Die Inhalte erinnerten sie stark an mein Werk, und die Sprache wirke „seltsam“ – so, als sei sie mit KI geschrieben.

Nach eigener Recherche scheint es diese Autorin tatsächlich nicht zu geben. Und ich bin nicht die Einzige, die solche Bücher unter Verdacht hat. Mir ist dabei folgendes bei verschiedenen Veröffentlichungen aufgefallen, was mich stutzig macht:

  • Wie kann es sein, dass ein Buch unmittelbar nach Veröffentlichung plötzlich hunderte 5-Sterne-Bewertungen am gleichen Tag erhält? Realitätscheck!
  • Warum findet man keine Spuren dieser Autoren im Netz – keine sozialen Profile, keine weiteren Veröffentlichungen, keine Blogbeiträge oder Fachforen-Einträge? Ein Buch sollte doch auch ein starkes Marketinginstrument sein und die Kompetenz der Autorin oder des Autors widerspiegeln. Damit meine ich, dass die Person – zumindest in Teilen – eine Person des öffentlichen Lebens ist oder es Hinweise auf sie gibt.

Sicher mag es auch Ausnahmen bei Autoren geben oder Pseudonyme. Doch manches hat bei genauerer Prüfung ein paar Merkwürdigkeiten, die auffällig sind und Hinweise liefern. Ich möchte dazu einladen, bei Büchern und anderen Medien aufmerksamer zu sein. KI in vielerlei Form ist in unserer Welt angekommen und bietet zahlreiche hilfreiche Möglichkeiten: Automatisierungen, Unterstützungen, Chancen. Aber auch KI-generierte Massenware bis hin zu Betrug. Doch was möchte ich als Leserin?

Ich zumindest möchte bewusst entscheiden, wen ich mit meinem Geld unterstütze. Bei diesen zweifelhaften Profilen ist das nicht transparent – und das stört mich. Leider zeigt sich auch Amazon als Vertriebspartner bisher nicht sonderlich interessiert an solchen Hinweisen und ignoriert diese – die Erfahrung habe ich selbst, mein Verleger und auch Leser gemacht. Um dagegen vorzugehen, sind oft rechtliche Schritte nötig.

Ich appelliere – wie in Coaching- und Entwicklungsprozessen auch – dazu, eigene Entscheidungen bewusst zu treffen und kritisch zu hinterfragen, was ich konsumiere oder unterstütze. Und damit das eigene Umfeld aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten. Einer meiner Werte ist es, Menschen in ihrem Schaffen zu unterstützen – doch dafür brauche ich die Gewissheit, wer oder was hinter einer Sache steht. Ich nutze meine Wahlfreiheit – und das stärkt mein Bewusstsein für mein eigenes Handeln und Sein.

Schon Leonard Schlegel betont im Kompendium der Transaktionsanalyse, dass wahre Autonomie mehr ist als Unabhängigkeit. Für ihn ist sie:

    • Mut, Entscheidung und Fähigkeit, die Realität so zu sehen, wie sie ist
    • Mut, Entscheidung und Fähigkeit zu Redlichkeit sich und anderen gegenüber
    • Willen, anstehende Probleme in Angriff zu nehmen und zu lösen
    • Übernahme auch sozialer und umweltlicher Mitverantwortung

Ganz persönlich: In den ersten Auflagen meines Buches waren tatsächlich noch der ein oder andere Fehler enthalten – Fehler, die ich selbst in der Masse nicht mehr erkannt habe und die auch das Lektorat nicht korrigiert hatte. Dies wurde dann schnellmöglich nachgearbeitet, doch ist es nun ‚perfekt‘? Meine Ausdrucksweise findet nicht jeder gut – und das ist absolut in Ordnung. Denn mein Schreibstil ist mein eigener, und es ist völlig legitim, dass Geschmack unterschiedlich ist. Meine persönliche Note ist auf jeden Fall zu erkennen.

Außerdem beantworte ich jede Rückmeldung, jede Frage und jede Anmerkung zu meinem Buch persönlich. Und ja: Bei einem nächsten Buchprojekt werde ich KI nutzen – jedoch nur als Werkzeug, z.B. zur Rechtschreibkorrektur, zur Hilfe bei Formulierungen, zur kritischen Prüfung von Quellen und Literaturangaben, oder bei Formulierungsproblemen.

Eines garantiere ich: Meine eigene Art, mein eigener Stil wird immer erkennbar bleiben. Ich kann jederzeit beschreiben, wie ich die Inhalte strukturiert habe, wie ich beim Schreiben vorgegangen bin und wer mir geholfen hat – wie zum Beispiel zwei meiner lieben Nichten, die mich bei der Erstellung des umfangreichen Literaturverzeichnisses unterstützt haben. Im übrigen habe ich zur Texterstellung das Hamburger Verständlichkeitsmodell angewendet, welches ursprünglich entwickelt wurde, um Texte in der öffentlichen Verwaltung, der Politik und Bildung verständlicher zu machen, damit Bürger und Lernende komplexe Inhalte leichter erfassen können (Quelle: Friedemann Schulz von Thun, Miteinander Reden).

Ich bin unendlich dankbar für die uneigennützige Unterstützung meiner Leserinnen und Leser – für Hinweise, Rückmeldungen und manchmal auch die wunderbaren Dialoge, die daraus entstanden sind.

Vorbereitung Literaturquellen für Literaturverzeichnis, 2022

Erfassung Literaturverzeichnis, 2022 – mit Unterstützung meiner Nichten

Veröffentlichungsdatum: 4. September 2026 / Letzte Aktualisierung: 6. September 2026 von

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