Hinweis

Dieser Artikel wurde komplett überarbeitet und ist nun neu erschienen
(Original Oktober 2013, Überarbeitung Januar 2021):

Die 4 Satz Strategie

Eine nützliche Kommunikationsmethode, um wesentliches gezielt auszudrücken und auch, um mit Kritik und Vorwürfen wertschätzend umzugehen.

#Kommunikationsmethode #Rethoriktool #Sprachenutzen #Ergebnisorientiert

Eine Besonderheit dieser Methode ist, dass diese 4 Sätze immer wieder verwendet werden können. Komme ich mit meiner ersten Intervention noch nicht zu einer Lösung der Situation, kann ich die Methode wieder verwenden. Sie kann beliebig oft wiederholt werden.

Dies macht die Methode leicht zu lernen und anzuwenden.

Voraussetzungen

  • Für mich ist eine wertschätzende Grundhaltung einzunehmen die wichtigste Voraussetzung. In der Sprache der Transaktionsanalyse gesprochen, die „Ich bin OK, Du bist OK“ Grundhaltung. Denn es geht nicht darum, recht zu behalten oder meinen Willen durchzusetzen. Es geht vielmehr darum, die Situation zu erklären und meinen Bedürfnissen entsprechend zu handeln, um eine Lösung zu finden.
  • Wichtig ist, das Ziel im Auge zu behalten: Ein Kommittment zu finden.

Es ist hilfreich, geübt darin zu sein, situative Tatsachen von Ideen, Meinungen und Bewertungen unterscheiden zu können. Häufig ist dies nicht trennscharf, dennoch hilft Übung darin.

Auch erleichtert es die Anwendung, sich der eigenen Bedürfnisse bewusst zu sein, bzw. diese wahrnehmen und ausdrücken zu können. Diese Fähigkeit ist bei Menschen unterschiedlich ausgeprägt.

Das Beste ist: Alle diese Fähigkeiten sind erlern- und trainierbar.

Die Phasen

Diese Strategie beinhaltet 4 Phase, die sich in den 4 Sätzen oder Teilsätzen widerspiegeln:

  1. Phase – Achtsamkeit für die Situation: Mitteilen meiner Wahrnehmung, was bei meinem Gesprächspartner los ist als meine Wahrnehmung, nicht als Fakt. Es ist ein Angebot, den anderen zu verstehen. Es ist nützlich in dieser Phase möglichst mit Ich-Botschaften zu arbeiten.
  2. Phase – Kontakt herstellen +/+: Hier liegt der Fokus auf dem, was ich möchte, wie es für mich gerade ist, meine Bedürfnisse auszudrücken und zu vertreten. Und mich somit dem anderen ein stückweit zu offenbaren.
  3. Phase – Den Inhalt vermitteln: In dieser Phase geht es nur um Fakten, welche für das Thema relevant sind. Darum, wie die faktischen Punkte von außen betrachtet und messbar sind. Bewertungen oder Meinungen haben hier keinen Platz.
  4. Phase – Das Kommittment anstreben: Diese Phase steht unter der Vorannahme, dass die Situation oder das Problem gelöst werden soll. Hier biete ich meinem Gesprächspartner eine Idee, einen Kompromiss oder einen nächsten Schritt in die Lösungsrichtung an. Darüber hinaus möchte ich eine echte Zustimmung dazu vom Gesprächspartner erhalten.

Die Phasen in der Übersicht:

Anwendungsbeispiel (fiktiv):

...

Hilfreiche Tipps für die Anwendung:

  • Eigene Wörter verwenden. Jeder Mensch kommuniziert anders und nutzt andere gewohnte, präferierte Wörter. In der Anwendung sind hier die persönlich geläufigen Kommunikationsmuster nützlich und erleichtern die Anwendung.
  • Wiederholungen sind ausdrücklich erlaubt. Gerade in angespannten Situationen hört der Gesprächspartner nicht so aufmerksam zu. Es ist erlaubt und oftmals hilfreich sich zu wiederholen und die eigenen Bedürfnisse und die Fakten nochmal anzubieten.
  • Übung macht den Meister. Und wenn es nicht direkt klappen sollte, es lohnt sich damit zu arbeiten. Das Tool hat den positiven Nebeneffekt, dass der Anwender viel Aufmerksamkeit beim anderen hat und vor allem bei seinen eigenen Bedürfnissen. Dies führt schon zu mehr Selbst-Bewusstsein.

Gerade sich seiner eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden und diese ausdrücken zu können ist in Coaching, Beratung und Therapie häufig ein entscheidender Punkt, sich zu entwickeln.

Veröffentlichungsdatum: 12. October 2013 / Letzte Aktualisierung: 13. August 2024 von

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