Wussten Sie schon, dass Sie inkompetent sind?

Leben heißt Lernen. In einem Leben allein sind wir nie fertig mit Lernen, Trainieren und damit, neue Erfahrungen zu integrieren. Jeder Tag macht uns Angebote zu lernen und zu wachsen.

Es gibt immer etwas was wir nicht wissen oder können, ob es uns bewusst ist oder nicht. Jeder ist also ein wenig inkompetent, was OK und menschlich ist. Damit ist der Weg zu Lernen erst möglich.

Quelle: Nicht eindeutig zu identifizieren; Kann im Zusammenhang gesehen werden mit: David Dunning und Justin Kruger (Dunning-Kruger-Effekt)

Der Weg zur Kompetenz

1. Unbewusste Inkompetenz (Ich weiß nicht, dass ich etwas nicht weiß oder kann)

Jeder kann etwas nicht, ob es bestimmte Fremdsprachen, speziellen Tätigkeiten ausführen, Wissen bei einer bestimmten Frage oder ein „wie-soll-ich-mich-in-dieser-Situation-verhalten“ ist. Der Schwerpunkt meiner Arbeit in Coaching und Beratung liegt darin, Menschen in der Entwicklung Ihrer Fähigkeiten zu unterstützen und unbewusstes bewusst zu machen, um damit arbeiten und es weiter entwickeln zu können. In der Arbeit mit Klienten sind es oft unbewusste Themen und somit unbewusste Inkompetenzen, die es zu reflektieren gilt. Was mir bewusst ist, damit kann auch arbeiten.

Kritik und Feedback sind wunderbare Angebote auf unbewusste Kompetenzen aufmerksam zu machen, sofern diese berechtigt und wertschätzend vermittelt werden. Dazu braucht es Menschen im eigenen Umfeld, die ehrlich ausdrücken, was sie sehen, denken, fühlen. Die den Mut haben zu konfrontieren und somit Kritik und Feedback annehmbar zu geben. In Coaching und Beratung ist dies ebenso eine wichtige Aufgabe, um Wachstum anzuregen und Impulse zu setzen.

2. Bewusste Inkompetenz (Mir wird bewusst, dass ich etwas nicht weiß oder kann)

Der eigene Lernbedarf kommt oft aus einem erlebten Defizit. Dies kann motivieren sich zu entwickeln und zu lernen. Ist der „blinde Fleck“ erst einmal aufgedeckt, wird die unbewusste Inkompetenz zur bewussten Inkompetenz. Und ich weiß durchaus, dass sich niemand besonders angesprochen fühlt, überhaupt in irgendeiner Form inkompetent zu sein. Doch nehmen Sie die Chance wahr, es ist ein Angebot, welches Sie annehmen dürfen. Sie wollen nach Tokyo auswandern und können kein Japanisch? Da haben Sie ein Defizit, die Lösung könnte sein, japanisch zu lernen oder hier zu bleiben…

Der Weg zur Kompetenz heißt also Lernen durch Sehen, Hören, Üben, Trainieren. Wiederholung heißt der Schlüssel, Lernen wird vertieft durch Wiederholung. Auch hier kann es innerliche Blockaden geben, die den Plan behindern. Oder unbewusste Gedanken, welche die Umsetzung sabotieren und erst gelöst werden müssen. Dies gehört in Coaching und Beratung zu den Themen, auf die ich ein besonderes Augenmerk lege und die einen Kern dieser Arbeit bilden.

3. Bewusste Kompetenz (Ich weiß, dass ich etwas kann und weiß)

Zum Lernen gehören Erfolgserlebnisse und Fortschritte, genauso wie etwas Mut, Zuversicht und ein „Dran-Bleiben“. Feiern Sie auch kleine Erfolge! Auch wenn Abläufe oder Verhalten noch bewusst gesteuert werden muss, die Veränderung hat bereits begonnen. Sie wissen nun, wie Sie Dinge anpacken müssen, um ein Ziel zu erreichen. Obwohl dieses Können noch eine hohe Konzentration und bewusste Aufmerksamkeit benötigt. In dieser Phase ist es wichtig, Fortschritte anzuerkennen und sich daran freuen zu dürfen. Sie haben es sich verdient.

Lernen verläuft sprunghaft. So erwerben Sie als Mensch auch Kompetenzen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Doch in vielen Fällen ist es ein anspruchsvoller Weg und es bedarf eigener Anstrengungen ihn zu erreichen. Mal mehr, mal weniger. So läuft es auch in Coaching und Beratung ab, ohne Ihre Mitarbeit geht es nicht. Lernen ist ein Prozess, in Coaching und Beratung ist es Ihr Prozess und Sie gehen durch ihn, mit einer professionellen Begleitung.

4. Unbewusste Kompetenz (Wissen & Können sind ingegriert, laufen automatisch ab)

Am Ende steht der Erfolg und dieser gehört ganz Ihnen. Denn auf einmal läuft es wie von allein, Ihr Gehirn hat die neu eingeleiteten Bahnungen von einem Trampelpfad zur Autobahn werden lassen. Sie können Ihre Energie auf andere Themen lenken und die Dinge funktionieren weitestgehend von selbst. Und Sie dürfen freundlich mit sich sein, falls es doch mal anders sein sollte.

Erinnern Sie sich als Sie den Führerschein machten, am Anfang wussten Sie vor lauter Bedienungsschritten des Autos und dem Verkehr gar nicht, wie Sie das alles koordinieren sollen. Sie mussten überlegen: Hand an den Schaltknüppel, Kupplung treten, schalten und bloß den umliegenden Verkehr nicht aus den Augen verlieren. Heute fahren Sie sicherlich auf „Auto-Pilot“. Die Bedienung des Autos läuft vollautomatisch, Sie unterhalten sich noch währen der Fahrt und haben ganz von selbst den Verkehr im Blick. Passiert etwas Unvorhergesehenes sind Sie schon auf der Bremse, bevor Sie bewusst registriert haben, was passiert ist. Das ist unbewusste Kompetenz. Davon haben Sie schon so viel, dass Sie aus dem Erfolge feiern schon gar nicht mehr herauskommen könnten. Und wir haben noch so viele Inkompetenzen, die uns das Leben anbietet. Und das ist durchaus positiv und ganz normal. Bleiben Sie aufgeschlossen und neugierig, ich hoffe Sie haben viel Spaß am Lernen. Sie dürfen die Chancen annehmen, die der Alltag bietet. Es lohnt sich.

Und falls es doch mal klemmt, dürfen Sie sich Unterstützung holen, aus Familien- oder Freundeskreis, Kollegen, Seminaren, Büchern… oder auch einer persönlichen Begleitung durch professionelles Coaching oder Beratung.

Hintergrund-Informationen

Wer sich mit dem Ursprung des Modells beschäftigt, entdeckt bald, dass es mehrere Quellen gibt, welche die Entwicklung für sich beanspruchen. Ich erlernte es vor vielen Jahren in meiner NLP-Ausbildung unter dem Namen „Die 4 Stufen des Lernens“. Ich konnte nicht klären, woher der Ursprung wirklich stammt. Es wird jedoch meist Albert Bandura zugeschrieben, der sich zwar intensiv mit Lernen beschäftigt und großartige Arbeiten zum Lernen lieferte. Das hier dargestellte und im englischen genannte „Conscious Competence Model“ wurde jedoch nicht von ihm entwickelt.

Nach neustem Kenntnisstand wird diese Entwicklung David Dunning und Justin Kruger zugeordnet und auch als Dunning-Kruger-Effekt beschrieben.

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Die 4 Stufen der Kompetenzentwicklung ist ein grundlegendes Modell, welches ich in Coaching, Beratung und auch Therapie nutze. Es unterstützt mich u.a. darin, den Standort des Klienten zu verstehen und gezielte Entwicklungsangebote anhand der jeweiligen Phase machen zu können.

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