“Die Landkarte ist nicht das Gebiet” – Wie wir unsere Realität konstruieren.

So einzigartig und vielfältig die Menschen sind, genauso unterschiedlich ist die Realitätskonstruktion jedes einzelnen. Es gibt viele Theorien und Ansätze wie sich die Entstehung des Weltmodells erläutern lässt. Und es gibt keine objektive Wahrheit, nur Theorien. Ich greife hier auf mein eigenes Wissen aus den Bereichen NLP, TA, Psychologie, Neurowissenschaften und meine eigene Meinung über das Gelehrte und meine eigenen Erkenntnisse dazu zurück.

Im NLP gibt es das Axiom (Grundsatz) „die Landkarte ist nicht das Gebiet“. Dies meint, dass jeder von uns ein Abbild seiner Welt im Kopf hat und nach dieser agiert und handelt. Wie eine Landkarte ist diese verkleinert und in einem gewissen Maßstab Abbild der Realität. Je nachdem wie die Landkarte gezeichnet ist, fehlen bestimmte Details oder es sind welche hinzugefügt worden. Was allen gemein ist, sie entsprechen nicht der Realität und jede dieser Karten unterscheidet sich oftmals wesentlich.

In der TA (Transaktionsanalyse) ist auch vom Bezugsrahmen die Rede, was vergleichbar dem Konzept der Landkarte im NLP ist. Ich verstehe unter dem (individuellen) Bezugsrahmen die Bedeutung, den Sinn und den Wert, den jemand dem zuordnet, was ihm begegnet. Innerhalb dieses Bezugsrahmens wird die Realität wahrgenommen durch die Filter der Vorannahmen und des Verständnisses über sich selbst, die anderen und die Welt. Diese drücken sich durch Begriffsbildung (Denken), Emotionen (Fühlen) und Handlungsweisen (Verhalten) aus. Im weiteren Text wird das Wort “Weltmodell” verwandt.

“Ich nehme die Welt auf meine Weise wahr, und du hast die deine, und die ist anders als meine.”
Stewart / Joines „Eine neue Einführung in die TA“

Bausteine des Weltmodells = Realitätsfilter

  • Individuelle Filter
    • Erziehung – Botschaften und Regeln der wichtigen Bezugspersonen, auch die Vorbildfunktion von Eltern und weiteren wichtigen Bezugspersonen
    • Glaubenssätze,Vorurteile, Werte – Die Summe der gebildeten Annahmen über mich selbst, die anderen und die Welt.
      Erfahrungen – Rückschlüsse und Entscheidungen aus Lebenssituationen und -ereignissen.
  • Kulturelle und soziale Filter – Die Spielregeln der Gesellschaft in der wir aufgewachsen sind, welchen Sitten und Gebräuchen wir folgen, was gesellschaftlich anerkannt ist, was tabuisiert.
  • Neurobiologische Filter – Wahrnehmungsfilter, denen wir aufgrund der Beschränkungen der biologischen Grenzen unserer Wahrnehmungsorgane und unseres Nervensystems unterliegen. Diesen Filtern unterliegen nahezu alle Menschen.

Alle diese Filter sind fast ausschließlich unbewusst aktiv.

Was nützt dieses Wissen? Es unterstützt uns darin zu verstehen, dass jeder individuell einzigartig ist und die Welt mit “seiner Brille sieht” und auf sie reagiert. Dass jedermann richtig tickt, nur anders. Aus diesem Wissen heraus, kann ich mich bewusst auf ein anderes Weltmodell einstellen und auch soweit einlassen, wie es gut für mich ist. Es erweitert meinen Horizont.